Handarbeiten für Sternenkinder – Sternenbärchen

Ipsum Presents

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Heute geht es um Handarbeiten für Sternenkinder und dazu möchte ich euch das Projekt „Sternenbärchen“ vorstellen und hoffentlich dafür begeistern. Bei den „Sternenbärchen“ handelt es sich um eine Interessengemeinschaft, welche kleine Bärchen für Eltern von Sternenkindern herstellt und vermittelt.

Dieser Artikel gehört zur Serie Handarbeiten für den Guten Zweck, dort findest du viele weitere tolle Projekte, die es zu unterstützen lohnt und kannst auch neue Projekte vorschlagen!

Neben der Internetseite sternenbaerchen.de ist das Projekt hauptsächlich durch seine Facebook Seite bekannt. Dort findet man aktuelle Fotos und Berichte und kann sehr gut nachvollziehen welchen Weg die Sternenbärchen nehmen. Außerdem gibt es eine Facebook Gruppe in der sich die einzelnen Mitglieder organisieren.

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Vorgestellt: Handarbeiten für Sternenkinder – Sternenbärchen

Name des Projektes: Sternenbärchen
Präsenz: sternenbaerchen.de, Facebook Seite, Facebook Gruppe
Wem wird geholfen? Eltern von Sternenkindern
Wer kann helfen? jeder
Was wird gemacht? Sternenbärchen und andere Artikel selbst häkeln, stricken oder nähen, Verbreitung der Sternenbärchen in Krankenhäusern, bei Gynäkologen und Hebammen
Was muss man beachten? besondere Qualitätskriterien, keine bestimmte Anzahl oder Häufigkeit der Spenden vorgeschrieben

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Handarbeiten für Sternenkinder – Sternenbärchen

Anja: „Ich arbeite mit ganz vielen tollen Leuten für die Gruppe der Sternenbärchen. Dort werden sogenannte Sternenbärchen hergestellt (nähen, häkeln, stricken). Diese sind für Eltern, deren Kinder es nicht auf die Welt geschafft haben. Die Bärchen werden an KH, Gyn.praxen und an private Anfragen verteilt.“

So wurde mir das Projekt von Anja empfohlen, für die es eine Herzensangelegenheit ist. Bei der Gelegenheit habe ich Anja gleich ein paar Fragen zum Projekt gestellt und hier wird ganz schnell deutlich, das es viel mehr ist als es scheint.

Hallo Anja, vielen Dank das ich dich mit meinen Fragen bombardieren darf. Wie bist du zum Projekt „Sternenbärchen“ gekommen?

Anja:Leider durch einen sehr tragischen Umstand. Eine Freundin hat damals in der Schwangerschaft ihr Baby verloren und ich hab mich so hilflos gefühlt. Ich wusste nicht, wie Ich ihr helfen kann. Ich wollte unbedingt etwas für Sie tun. Also habe ich im Internet gesucht und bin auf die Gruppe der „Sternenbärchen“ gestoßen. Und war sofort begeistert von der Idee.

Das tut mir leid und ich kann verstehen wie du dich gefühlt hast. Du hast also zuerst für deine Freundin ein Sternenbärchen angefertigt?

Anja:So war der Plan. Als ich allerdings das erste Bärchen fertig hatte, war Ich überwältigt davon, was diese kleinen Bärchen geben können und hab es behalten. Denn auch ich habe ein Sternchen, auch wenn dies mittlerweile über 10Jahre her ist. In diesem Moment war es so lebendig und dieser kleine Bär war einfach ein toller Halt in dem Moment. Das zweite Bärchen ging dann an meine Freundin.

Hat das Sternenbärchen deiner Freundin genauso sehr geholfen diesen schlimmen Verlust zu verarbeiten, wie dir selbst?

Anja:Sie war total gerührt davon und es hat ihr sicher ein wenig Halt gegeben. Wenn gleich es auch kein Ersatz ist. Aber die „Aufgabe“ des Seelentrösters hat das Bärchen auf jeden Fall komplett erfüllt.

Welche Gefühle hast du heute, wenn du ein Sternenbärchen anfertigst?

Anja:Sehr gemischt. Ich freu mich wenn die Bärchen Trost spenden und halt geben. Wünsche mir aber ganz oft, dass sie nicht zum Einsatz kommen müssen.

Vielen Dank das du dir Zeit für uns genommen hast und das du uns so deutlich gezeigt hast, warum das Projekt für viele Menschen so wichtig ist!

Bis heute ist es leider nicht selbstverständlich, das Eltern von Sternenkindern aufgefangen werden und offen über ihren Verlust reden und trauern können. In den letzten Jahren hat sich allerdings durch zahlreiche Initiativen in dieser Hinsicht sehr viel getan. Ein Grund für das Umdenken sind Menschen wie Steffi und Christina, die sich mit Projekten wie Sternenbärchen dafür einsetzen. Wie viel Herzblut in dieser Aufgabe steckt beweist dieses Interview mit Christina.

Hallo Christina, ich habe gehört du gehörst zusammen mit Steffi zu den Initiatorinnen des Projektes Sternenbärchen und natürlich interessiert uns, wie lange ihr das schon macht und wie ihr auf die Idee gekommen seid?

Christina:Die Sternenbärchen wurden von [der ursprünglichen Gründerin] ins Leben gerufen. Ich habe sie in einem Forum zum Austausch für Sterneneltern kennengelernt und angefangen zu helfen. Kurze Zeit danach wurde eine Facebook Gruppe zum Austausch für Helfer eröffnet. Anfangs waren wir noch sehr wenige Helferinnen. Steffi kam nicht allzu lange danach auch in die Gruppe. Die Idee der Sternenbärchen an sich ist entstanden als [die ursprüngliche Gründerin] Bärchen strickte die als Tröster für Kinder, die gerade im Krankenhaus sind, dienen sollten und dann selbst eine Fehlgeburt hatte. Sie entschied, dass das gerade entstandene Bärchen für sie bleiben soll und hat dieses mit ihrem Kind verbunden, dass sie gerade verloren hatte.

Gibt es viele Frauen die als Helfer zu euch kommen, weil sie selbst den Verlust eines Kindes verarbeiten müssen oder mussten?

Christina:Unsere Gruppe ist sehr gemischt, überwiegend sind es aber Frauen die selbst ein Kind verloren haben. Anderen zu helfen ist für viele zu einem sehr wichtigen Teil in der Trauerarbeit geworden. Mittlerweile haben wir aber sogar Väter von Sternenkindern bei uns, die zusammen mit ihren Frauen helfen.

Findest du das Sterneneltern auch heute noch mit ihrer Trauerarbeit allein gelassen werden und werden insbesondere Väter noch immer vernachlässigt?

Christina:Ja, absolut. Es ist noch immer ein Tabuthema über das kaum jemand was hören möchte. Die Trauer der Eltern wird sehr oft abgetan, als unnötig gesehen und Sterneneltern werden nicht selten mit herzlosen Sprüchen konfrontiert. Sicher ist manches auch einfach Unsicherheit , meist aber auch einfach Unverständnis warum man um ein Kind trauert, welches noch gar nicht geboren war und für viele nie gelebt hat. Väter haben es da sicher noch viel schwerer, von ihnen wird noch mehr Stärke verlangt, dabei haben auch sie ein Kind verloren und das ist wohl das Schlimmste was man erleben kann.

Christina:Und dabei ist es egal ob dies im privaten geschieht oder auch im Krankenhaus. Ich zum Beispiel wurde vom Frauenarzt ins Krankenhaus geschickt, nachdem er in der 26. SSW festgestellt hat, dass das Herz meiner Tochter nicht mehr schlägt….. Der zuständige Arzt im Krankenhaus hat mich nach Hause geschickt. Es sei jetzt keine Zeit für so was und richtige Mütter wären wichtiger.

Das ist schlimm! Würdest du sagen das dich gerade dieses Erlebnis antreibt, wie auch andere Helfer/innen?

Christina:Ja absolut, viele Helfen, weil sie selbst sehr schlimm behandelt wurden. Ich weiß von vielen, die einfach allein in ein Zimmer gesteckt wurden. Aussagen wie „Klingeln Sie wenn sie ausgestoßen haben“ sind nicht selten. Selbst im zweiten Krankenhaus kamen bei mir Kommentare wie „Stellen Sie sich doch nicht so an, Wehen haben schon alle überlebt“. Ich wusste aber dass ich diesen körperlichen Schmerz aushalte, ohne am Ende die Belohnung zu haben. Ein gesundes, schreiendes Kind.

Puh das muss man erst einmal verdauen! Kommen viele Sterneneltern direkt zu euch, so das ihr die ersten verständnisvollen Menschen seid, auf die sie treffen?

Christina:Ja, über die Facebookseite oder email schreiben sehr viele , die dann auch schreiben sie haben sich lange nicht getraut zu schreiben. Sie erzählen ihre Geschichten, dass sie sonst niemanden haben zum Reden und hoffen eines unserer Sternenbärchen könnte ihnen etwas helfen. Noch immer fragen auch viele , was denn so ein Sternenbärchen kostet. Wenn wir antworten, dass die Sternenbärchen nichts kosten, können das viele kaum glauben. Ist das Sternenbärchen angekommen, bekommen wir wirklich viele Rückmeldungen, die uns auch wieder ganz viel Kraft geben. Vor kurzem erst hatte ich eine Karte als Dank im Briefkasten mit den Worten „DANKE, Dank dir ist ein Stück von Leon wieder zu mir zurückgekehrt“ Was könnte ein größerer Lohn sein, als Worte wie diese.

Wie läuft das ab, wenn jemand zu euch kommt und helfen möchte?

Christina:Wer bei uns helfen möchte, kommt in unsere Gruppe. Dort ist alles zu finden was wichtig ist. Viele Dinge müssen beachtet werden. Auch wenn wir ehrenamtlich helfen, haben wir an unsere kleinen Seelentröster einen hohen Anspruch. Eltern denen nichts bleibt, deren Trauer nicht anerkannt wird sollen immerhin so was besonderen bekommen. Die Sternenbärchen müssen so einiges aushalten können, geknuddelt werden, immer in der Tasche mitgetragen werden und auch mal Wut und Verzweiflung aushalten. Es sollte auf keinen Fall Rauch oder Tierhaare an die Sternenbärchen (während der Herstellung) kommen. Wir freuen uns über jeden Helfer, die beim Herstellen unserer Seelentröster und weiteren Kleinigkeiten helfen. Aber auch Sternenbärchen an Frauenärzte, Krankenhäuser usw. verteilen. Es gibt aber keine Vorgaben wie viel man machen muss, jeder macht so viel wie möglich, jeder einzelne kleine Seelentröster ist ein kleines Stück Trost, dass wir weitergeben können.

Wie vermittelt ihr die Sternenbärchen an Eltern von Sternenkindern?

Christina: Da kommen die ganzen einzelnen Helfer ins Spiel und ganz viel Mut. Meist ist es so, dass (vor allem) Frauen die zu uns kommen, die Sternenbärchen ihrem Frauenarzt oder dem Krankenhaus indem sie waren vorstellen und auch weitere Einrichtungen in ihrer Umgebung anfragen. Da ist es natürlich großartig, dass mittlerweile immer mehr Helfer dazu kommen, wir in vielen Regionen schon verschiedene Stellen versorgen können.

Warum braucht es für eure Arbeit so viel Mut?

Christina:Für viele ist es echt schwer, in einem Krankenhaus unsere Seelentröster anzubieten, in dem sie selbst schlecht behandelt wurden. Alleine dort noch einmal einen Schritt hinzuwagen (egal ob per Mail oder persönlich) ist wirklich schwer, Angst vor einer erneuten Abweisung ist groß. Andererseits ist es ein großer Schritt, wenn die Sternenbärchen dann angenommen werden, man die Begeisterung und Dankbarkeit sieht.

Was treibt euch und damit auch euer Projekt an?

Christina: „Natürlich auch das Wissen, dass es anderen Eltern danach vielleicht ein kleines Stückchen einfacher gemacht wird durch die Anerkennung, die wir dem Kind durch unsere Sternenbärchen geben.“

Was würdest du dir für die Zukunft wünschen?

Christina:Ich würde mir wünschen, dass keine Eltern die ihr Kind verlieren, schlimm behandelt werden. Der Verlust des eigenen Kindes (egal zu welchem Zeitpunkt) ist fürchterlich und kaum auszuhalten. Zusätzlich noch zu kämpfen dass die Trauer anerkennt wird, immer wieder Sprüche die Salz in den Wunden sind, sind wirklich schlimm. Was ich mir auch noch Wünschen würde, dass das „Geschäft“ um die Trauer nicht immer größer wird. Gerade im Bereich der Sternenkinder gibt es viele, die daraus eine Geschäftsidee gemacht haben und die Hilflosigkeit vieler Eltern ausnutzen. Wir als kleine ehrenamtliche Aktion haben es da manchmal echt schwer dagegen. Für mich persönlich ist es aber auch ein Auftrag, ohne eine Gegenleistung zu erwarten einfach nur da zu sein, ein wenig Trost zu spenden.

Vielen Dank für das nette Gespräch liebe Christina und insbesondere für deine offenen Worte.

Ich hoffe ich konnte einige von euch für dieses Projekt begeistern! Bitte unterstützt das Projekt, indem ihr der Facebook Seite ein Däumchen gebt und vielleicht tretet ihr ja den Helfern bei!

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This personal copy has been created at Wednesday, 14. November 2018 for (, , ID-0).
Handarbeiten für Sternenkinder – Sternenbärchen has been published at Pátek, 23. Březen 2018 by FP4Lisa.
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